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Fistula e.V.

Fistula Sommer 
2021

Geburtsfisteln, weltweit

Eine sichere Geburt ist ein Privileg für Frauen, die in entwickelten Ländern leben

Insbesondere in den Subsahara-Staaten ist eine Geburt nach wie vor ein bedrohliches Ereignis im Leben einer Frau und eines Kindes. Während der Coronapandemie hat sich diese Situation wieder verschärft. Strikte Lockdown Bestimmungen, fehlende Transportmittel und Armut verhindern, dass Frauen medizinische Hilfe bei der Entbindung erhalten. Folge davon sind schwere Geburtsverletzungen. Seit 18 Jahren setzt sich Fistula e.V. für eine Welt mit gleichberechtigtem Zugang zu medizinischer Versorgung für Frauen ein. Aktuell scheint dies wieder viel nötiger zu werden. Unterstützen Sie uns dabei!

Liebe Fistula-FörderInnen und -Interessierte,

wir berichten Ihnen über unser Projekt in Uganda und von einer Reise zu einer neuen Aufgabe im Süden Äthiopiens.

Hilfe für fast 500 Fistelpatientinnen im letzten Jahr!

In Uganda und somit für unsere Partnerorganisation TERREWODE ist im Juni das Geschäftsjahr zu Ende gegangen, so dass wir nun aktuelle Behandlungsdaten bekamen. Trotz der Widrigkeiten aufgrund von Corona hat das 30 Betten-Krankenhaus im letzten Jahr einen großen Beitrag zur Frauengesundheit geleistet. Zeitweise wurde es behördlich während des Lockdowns geschlossen und trotzdem konnten 477 Patientinnen in Soroti und einigen Partnerkrankenhäusern operiert werden. Damit wurden seit Eröffnung des Hospitals im August 2019, also in weniger als zwei Jahren 800 Fistulapatientinnen operativ behandelt! 

Das ist eine großartige Leistung, die deutlich über der geplanten und von uns erwarteten Zahl liegt. Gratulation! Die Rehabilitations- sowie Reintegrationsmaßnahmen im Haus wurden weitergeführt und mit entsprechenden Hygienemaßnahmen nahmen auch die OFAAN-Selbsthilfegruppen in den Dörfern ihre Arbeit wieder auf – beide Maßnahmen sind dringend notwendig zur Wiedereingliederung in die Gemeinschaft.
Reintegrationszentrum_Terrewode Uganda
Zum Weltfistulatag am 23. Mai führt eine OFAAN-Selbsthilfegruppe ihr selbst erarbeitetes Rollenspiel zum Schicksal einer von einer Geburtsfistel betroffenen Frau auf.

Ein beachtlicher Erfolg, der sich weltweit sehen lassen kann!

TERREWODE als ugandische Nichtregierungsorganisation hat es geschafft, einen Krankenhausbau termingerecht und fast innerhalb des ursprünglich veranschlagten Budgets auszuführen und dann solch gute Behandlungszahlen zu erreichen. Dabei hatten sie ordentlich Gegenwind:  Covid-19, Schwierigkeiten, adäquates Personal zu finden und zu schulen sowie zahlreiche weitere Herausforderungen in einem ressourcenarmen Land.

Fistula e.V. unterstützt TERREWODE und sein Fistula Hospital, indem wir einen beträchtlichen Teil der laufenden Krankenhauskosten, der Rehabilitation und Reintegration betroffener Frauen bestreiten und mit medizinischem und technischem Knowhow helfen. Wir verfolgen dabei das Ziel, nachhaltige Kapazitäten im Bereich der Müttergesundheit und Fisteltherapie aufzubauen. Ein langfristiger, echter Wandel kann nur innerhalb der lokalen Gemeinschaft erreicht werden und muss lokal organisiert werden. 
Wir haben das Glück, mit Alice Emasu, Gründerin und Geschäftsführerin, vor Ort eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit zu haben, die sich mit Leidenschaft für die Gesundheit von Müttern und Frauenrechte einsetzt.

TERREWODE hat aufgrund dieser Aktivitäten eine Anerkennung des ugandischen Gesundheitsministeriums und des nationalen Fistula-Lenkungsausschusses erhalten. In Zusammenarbeit mit Landesbehörden und internationaler Unterstützung ist die Klinik auf dem besten Weg, ein Ausbildungszentrum für Fistelchirurgen in ganz Uganda zu werden.
Fistula OP in Terrewode Uganda
Eine Patientin berichtet im Reintegrationskurs über die persönlichen Erfahrungen mit Ihrer Erkrankung.

Urodynamischer Messplatz für TERREWODE

Die Strategie des Krankenhauses sieht einen permanenten Aufbau der Kapazitäten und Angebote für die Patientinnen vor. Nachdem wir Anfang des Jahres eine Cystoskopie-Einheit gespendet haben, soll nun ein  urodynamischer Messplatz die Diagnostik ergänzen. Operationen können mit der Blasendruckmessung  gezielt vorbereitet und so die Behandlungsergebnisse bezüglich Kontinenz verbessert werden. Davon profitieren insbesondere Frauen mit schwerer Erkrankung. 

Alice Emasu sprach nun Fistula e.V. direkt an, das medizinische Gerät zu besorgen, da wir mit unserem medizintechnischen Knowhow die Lücken schließen, die aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit im Land entstehen. Das Krankenhaus in Soroti ist das einzige Fistula Hospital in Uganda und die Untersuchungstechnik ist erforderlich, um ein Ausbildungszentrum zu entwickeln. Wir rechnen mit etwa 20.000 Euro für das Gerät und die erforderlichen Spezialkatheter (für ein Jahr, es handelt sich um teure Einmalartikel). Weitere Kosten werden aufgrund von Reisen anfallen, um Ärzte und Schwestern vor Ort zu schulen.
Terrewode Fistula Hospital in Uganda

Urodynamische Messplatz

Geschenkspende
"Urodynamische Messplatz für das TERREWODE Fistula Hospital in
Uganda"

Ein urodynamischer Messplatz fehlt 
dem TERREWODE Fistula Hospital zur Erweiterung Ihrer Untersuchungsmöglichkeiten. Insbesondere Frauen mit schweren Blasenverletzungen werden von der Diagnostik mit dem Gerät profitieren.

Reisebericht Dr. Barbara Teltschik

Aktuelle Situation in Uganda

„Im Juni war ich schon mit zwei Koffern voller Ausrüstung in Richtung Uganda unterwegs, nach über einem Jahr sollte endlich wieder Ausbildung vor Ort stattfinden. Eine Woche verbrachte ich in Äthiopien bei Dr. Fekade Ayenachew, um ihn bei seinem neuen Projekt zu beraten. Während dieser Zeit stiegen die Corona Zahlen in Uganda stark an, einige Schwestern und weitere Mitarbeiter unseres kleinen Krankenhauses waren auch betroffen. Schweren Herzens entschied sich Alice Emasu, uns kurzfristig abzusagen, waren doch schon Patientinnen mit komplizierten Fisteln einbestellt und wir sollten einen Workshop für ugandische Gynäkologen abhalten. Dies war auch uns sehr wichtig, um das Niveau der Fisteltherapie im Land zu heben. Enttäuschung auf beiden Seiten, doch es wäre unverantwortlich gewesen, in dieser Situation zu operieren bei nur einem großen Krankensaal, in dem kein ausreichender Abstand eingehalten werden kann. In einem Land, in dem es weder Impfung noch ausreichend Tests gibt.“

Zwischenzeitlich haben wir mehrere Sendungen von Schnelltests nach Uganda geschickt, die erfreulicherweise sogar recht zügig ankamen, um wenigstens Mitarbeiter und Patienten bei Verdacht zu testen. Mit diesen Tests kann nun wieder in Soroti operiert werden. Wir haben gemeinsam die Strategie besprochen: 1. nur junge Patientinnen ohne weitere Vorerkrankungen, 2. der Saal darf nur zu weniger als der Hälfte belegt sein. Es bleibt ein mulmiges Gefühl, denn es gibt kaum Sauerstoff und keine Intensivbetten in der Stadt, die ihrem Namen gerecht werden würden. 

Fistula OP in Terrewode Uganda
Dr. Fekade Ayenachew auf dem Gelände von BUSHULO – einem kleinen Mutter-Kind-Krankenhaus in Hawassa im Süden Äthiopiens. Er bereitet den Umzug in den Neubau vor.

Dr. Fekade Ayenachew – Aufbau eines neuen  Krankenhauses für Frauen und Kinder in Äthiopien

Mit der Reiseabsage für Uganda hatte Dr. Barbara Teltschik die Möglichkeit, eine weitere Woche in Hawassa, Äthiopien zu verbringen, um Dr. Fekades neues Projekt zu besuchen und bei der Konzeption zu helfen. Der ehemalige Chefarzt des Hamlin Fistula Hospitals in Addis Abeba wird das neue BUSHULO Mutter-und-Kind-Krankenhaus leiten, das die österreichische Caritas baut. Unsere Dachorganisation „International Fistula Alliance“ unterstützt den organisatorischen Aufbau des Krankenhauses, als Mitglied des Vorstandes und medizinische Beraterin war Dr. Teltschik vor Ort.

Die Einrichtung wird seit über 40 Jahren von Nonnen der „Franciscan Missionaries of Mary“ mit großem Engagement geleitet, Träger ist die lokale katholische Kirche. In einem Vorort der Hauptstadt des Bezirkes Sidamo steht das alte BUSHULO, ein kleines Krankenhaus mit wenigen Betten für Kinder und erweiterter Geburtshilfe. Im kleinen OP wurden von Anfang an auch Kaiserschnitte durchgeführt. Ein Ort der sicheren Geburt – damals ein Novum in Äthiopien.

Baulich ziemlich in die Jahre gekommen, wurde eine Erneuerung initiiert. Aus der ursprünglich geplanten Renovierung und Erweiterung ist jetzt ein moderner, großzügiger Neubau geworden, der fast europäische Standards aufweist. Eine große Solaranlage auf dem Dach versorgt das Haus mit Strom, Überschüsse werden an das örtliche Netz abgeben. Wasser wird aufbereitet, Sauerstoff selbst hergestellt, der Operationssaal ist mit einer modernen Klimaanlage ausgestattet – ein Traum, einmal dort arbeiten zu können. 

Nach der geplanten Umzugsphase Anfang nächsten Jahres soll der Service ausgebaut werden. In einem ersten Schritt sollen moderne Behandlungstechniken eingeführt und mithilfe des gerade eingestellten, hoch motivierten Kinderarztes auch eine Neugeborenenintensivstation eingerichtet werden. Damit kann die Klinik zu einem Zentrum für schwierige Geburten werden - ein wichtiger Schritt, um Geburtstraumata zu vermeiden. Die politische Lage in Äthiopien ist derzeit schwierig, aber wir hoffen, dass das Krankenhaus alle staatlichen Genehmigungen bekommen wird und die alle Pläne verwirklicht werden können.

Fistula OP in Terrewode Uganda
Das neue Krankenhaus BUSHULO steht kurz vor der Bauübergabe, hier sehen Sie die Empfangsgebäude.  Dr. Barbara Teltschik unterstützt über ihre Position in der „International Fistula Alliance“ die Einrichtung und Einführung in moderne Medizintechnik.

Der Verein Fistula e.V.

Die vorgesehenen Ugandareisen konnten im letzten Jahr leider aufgrund der Corona Situation nicht stattfinden, bzw. mussten abgebrochen werden. Dr. Barbara Teltschik plant nun wieder, im Oktober nach Äthiopien und Uganda zu reisen. Wir hoffen, dass es diesmal funktioniert, denn das Engagement vor Ort ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.

Außerdem diskutieren wir, ob und wie wir das neue Krankenhaus in Hawassa, Äthiopien unterstützen können. Davor müssen einige rechtliche Hürden überwunden und die Konzeption für die Zukunft festgeschrieben werden.

Fistula-Vorstandsmitglied Dr. Barbara Teltschik: „Insbesondere als Urologin bin ich mit den schweren Schäden des Harntrakts durch Geburtsverletzungen vertraut und würde mich sehr freuen, wenn wir diese ganzheitliche Betreuung für betroffene äthiopische Frauen wieder unterstützen könnten. Ich schätze die Integration in ein Programm für Müttergesundheit, wo am gleichen Haus eine moderne Geburtshilfe als beste Prävention von Geburtsverletzungen erfolgen kann und Neugeborene adäquat versorgt werden. Ich freue mich sehr, dass Dr. Fekade, dessen Qualitäten wir seit über 10 Jahren kennen, seine Expertise zukünftig wieder seinem Heimatland anbieten kann! Die Vernetzung mit anderen Hilfsorganisationen sowie starke, gut ausgebildete lokale Partner schaffen die Nachhaltigkeit, die Voraussetzung für den Erfolg eines Projekts ist. Ich hoffe sehr, dass die lokale Verwaltung und die äthiopische Regierung unser ambitioniertes Konzept endgültig genehmigen werden.“

Wir danken für Ihr Interesse und die Unterstützung unserer Projekte für Frauengesundheit und Gleichberechtigung.


Jutta Ritz
1. Vorsitzende Fistula e.V.


Dr. Barbara Teltschik
2. Vorsitzende Fistula e.V.



Logo Fistula e.V.

Einladung zur Jahreshauptversammlung - FISTULA e.V.

Am 24. September, 19 Uhr, wird unsere Jahreshauptversammlung stattfinden. Wir wollen sie wieder ONLINE gestalten, damit unsere MitgliederInnen im ganzen Bundesgebiet die Möglichkeit haben, an der Sitzung teilzunehmen. Barbara Teltschik wird wieder einen Vortrag halten und unsere Projekte vorstellen. Dieses Jahr werden auch Vorstandswahlen stattfinden, sollte jemand Interesse an einem Amt haben, bitte melden. 
Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme und eine gute Diskussion. Die Tagesordnung werden wir zeitnah an unsere Mitglieder und interessierte Personen senden.
Unterstützen Sie uns bei unseren Aktivitäten zur umfassenden Betreuung von Fistulapatientinnen! Neben der Finanzierung des Krankenhauses, der Prävention und Reintegration brauchen wir Ihre Spenden für medizinisches Equipment!

Schenken Sie eine Geschenkspende!

Hier geht es zum SPENDENSHOP!

  1. Urodynamischer Messplatz

  2. Psychologische Betreuung

  3. Physiotherapie für Fistelpatientinnen

  4. Rehabilitations- und Reintegrationsspende

  5. Familienplanung in den Selbsthilfegruppen

  6. Mikrokredite für Fistelpatientinnen zur Sicherung des Überlebens

Hier geht es zum SPENDENSHOP!

Der Fistula Spenden Shop

Wichtigstes Angebot unseres Shops sind die Geschenkspenden, bei denen Sie uns online einen Geldbetrag für unsere Projekte senden können.

Unsere Arbeit ist ausschließlich auf Frauen mit Geburtsverletzungen ausgerichtet. Allein in Uganda sind geschätzt 200.000 Frauen betroffen. Wir engagieren uns auf unterschiedlichen Wegen für die Ausrottung dieser lebensvernichtenden Erkrankung und Hilfe betroffener Frauen.

Die Artikel sind zum großen Teil direkt bei unseren Afrikareisen ausgesucht und eingekauft worden. Aus Äthiopien stammen die Schals und Textilien von Sabahar, einer kleinen Firma in Addis Abeba, die mit einem offiziellen "Fair Trade Siegel" ausgezeichnet wurde. Die schönen kleinen Perlhühner sind 100% Handarbeit und wurden direkt bei Kunsthandwerkern auf dem lokalen Markt in der Umgebung des Fistulakrankenhauses Addis Abeba gekauft.

Die bunten Tierchen, Taschen, Beutel und Küchenschürzen werden von den Frauen der TERREWODE Reintegrations- und Selbsthilfegruppen in Uganda genäht.

Jeder Kauf ist ein Beitrag, den geburtsverletzten Frauen zu helfen.

Ihr Fistula e.V. Team


Fistula Online Spenden-Shop
Fotos: TERREWODE, Dr. Barbara Teltschik, ideenzone - Kornelia Altdörfer
Copyright: Fistula e.V.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Fistula e.V.
Jutta Ritz
Neue Heimat 7
76646 Bruchsal
Deutschland

+49 (0) 7257 6429
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