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Fistula e.V.

Weltfistulatag 
2021

Geburtsfisteln, weltweit
Liebe FreundInnen und UnterstützerInnen,

wir von Fistula e.V. wünschen uns, dass Geburtsfisteln der Vergangenheit angehören! Mit hohem Engagement tun wir alles dafür, dass den Müttern und ihren Kindern geholfen wird. Wir freuen uns darüber, von Ihnen dabei regelmäßig unterstützt zu werden.

Der Weltfistulatag am 23. Mai soll die Welt daran erinnern, dass für Frauen in den Ländern des globalen Südens eine Geburt immer noch ein großes Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind darstellt. Geburtsfisteln sind ein Zeichen für ein schlecht ausgestattetes Gesundheitssystem, das Frauen diskriminiert.

In diesen Ländern können Frauen nicht über ihr Leben bestimmen, sie werden früh verheiratet und oft vor Abschluss des Körperwachstums schwanger. Mädchen sind die letzten, die in der Familie zu essen bekommen, daher oft unterernährt. Dies führt häufiger zu einer verlängerten Geburtsphase – hat die Familie kein Geld für den Transport zum Krankenhaus oder die medizinische Behandlung, kommt es zu einer fatalen Verzögerung medizinischer Intervention. Aber auch unzureichende medizinische Ausrüstung, fehlendes oder schlecht ausgebildetes Personal erhöhen das Risiko für ein spätes und falsches Eingreifen – Folge ist der Tod von Mutter und Kind oder eine Geburtsverletzung, die das Leben der betroffenen Frau für immer verändern.

Die Tatsache, dass es heute noch Geburtsfisteln gibt, ist Ausdruck einer Menschenrechtsverletzung und schwerer Diskriminierung von Frauen innerhalb einer Gesellschaft!

In der Coronazeit, insbesondere während des Lockdowns, haben Geburtsverletzungen deutlich zugenommen, Transportmittel standen nicht mehr zur Verfügung oder waren sehr teuer geworden, die Frauen hatten Angst vor einer Infektion im Krankenhaus. Wie bei uns tragen Frauen die Last in den Familien und sind die vornehmlich Leidtragenden der ökonomischen Krise.
Aufklärung von Fistula Patientinnen am Krankenhaus von Mbale Uganda
TERREWODE finanzierte in vier weiteren Krankenhäusern Ugandas 149 Fistula-Operationen. Aufklärung von Fistula Patientinnen am Krankenhaus von Mbale, der benachbarten Bezirkshauptstadt von Soroti.

TERREWODE

Fixstern für die Betreuung von Fistulapatientinnen in Uganda

Ein Leuchtturm in dieser Zeit ist für uns die Organisation TERREWODE. Während des Lockdowns organisierten sie den Transport Gebärender in die Klinik, seit Ende Juli 2020 operieren sie unter widrigen Umständen die steigende Anzahl von geburtsverletzten Frauen. 

Im ersten Quartal des Jahres 2021 wurden 89 Patientinnen im Fistula Hospital operiert, darunter Geburtsfisteln, aber auch Harnleiter-Scheidenfisteln nach operativen Eingriffen, Gebärmuttervorfälle und andere Geburtsverletzungen. Da es noch große Transportschwierigkeiten gibt, finanzierte TERREWODE in vier weiteren Krankenhäusern Ugandas 149 Operationen im gleichen Spektrum.

Alle Patientinnen erhielten psychosoziale Betreuung und Beratung im Rahmen der Reintegration, auch mit einem mobilen Team an den jeweiligen Krankenhäusern (Mulago, Mbale, Kagadi, Mubende). Sie berichteten über die Not vieler der betreuten Frauen: häusliche Gewalt, die schwere Bürde der Kinderlosigkeit, Obdachlosigkeit und fehlendes Einkommen. 

Von den 89 Patientinnen im TERREWODE Fistula Hospital wurden 5 neu HIV-positiv getestet, dies ist vergleichsweise eine hohe Zahl. Die Aids-Therapie wurde eingeleitet und die Frauen an wohnortnahe Spezialzentren vermittelt, um die weiterführende Behandlung zu garantieren.  

Das Reintegrationszentrum konnte in diesem Zeitraum über 100 Frauen in Kursen betreuen und für ihr weiteres Leben fit machen. Neben Beratung in rechtlichen Fragen lag der Fokus auf Training unternehmerischer Fähigkeiten, Vernetzung mit anderen Frauen und Erlernen handwerklicher Tätigkeiten sowie landwirtschaftlicher Grundkenntnisse. Die Sozialarbeiterinnen motivierten die ehemaligen Patientinnen, sich einer der OFAAN Selbsthilfegruppen anzuschließen oder gemeinsam eine neue zu gründen. Wichtig sind dabei auch erholsame Dinge wie Singen, Tanzen und Rollenspiele.

Mit diesem Engagement hat TERREWODE die selbst gesteckten Ziele überboten, das heißt, es konnten doppelt so viele Patientinnen behandelt werden wie geplant, wenn auch nicht alle im eigenen Krankenhaus. Auch die Reintegrationskurse waren alle komplett belegt und wurden zum Teil an andere Krankenhäuser verlegt. Eine tolle Leistung!
Reintegrationszentrum_Terrewode Uganda
Im ersten Quartal des Jahres 2021 führte TERREWODE Reintegrationsveranstaltungen für über 100 Frauen durch.

Cystoskopie – Baustein einer verbesserten Diagnostik

Endlich konnte Dr. Fekade, ehemaliger Chefarzt des Fistula Hospitals in Addis Ababa und beratender Arzt, während seines OP-Trainings im März den neuen Cystoskopieturm aufbauen und die ersten Untersuchungen durchführen. Begeistert verfolgte das gesamte OP-Team die Untersuchung – bisher gibt es kaum Cystoskope in Uganda, schon gar nicht mit einer Videoeinheit, mit der viele zuschauen und somit Schulungen durchgeführt werden können. Nochmals vielen Dank an Frau Dr. Storz!

Frau Dr. Teltschik, 2. Vorsitzende von Fistula e.V., konnte wegen der Coronareisebeschränkungen leider die geplante Reise zur Einführung des Systems im März nicht durchführen, so dass die Instrumentenpflege vorerst in Videokonferenzen und Online-Tutorials erörtert wurde.
Schwester Agnes, die leitende OP-Schwester, nach einem schweren Motorradunfall auf dem Weg zur Arbeit endlich wieder im Dienst, strahlte glücklich in die Kamera. Sie und Dr. Tino Okedi, die neue Chefärztin, sind begeistert von den Erweiterungen im Spektrum der Eingriffe.
Fistula OP in Terrewode Uganda
Dr. Fekade, ehemaliger Chefarzt des Fistula Hospitals in Addis Ababa, führt die erste Cystoskopie im Fistula Hospital in Soroti durch. Gebannt schaut das gesamte medizinische Team zu.
Terrewode Fistula Hospital in Uganda

TERREWODE Fistula Hospital

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"TERREWODE Fistula Hospital in Uganda"
Das im August 2019 eröffnete kleine Krankenhaus hat sich auf die Versorgung von Patientinnen mit Geburtsverletzungen spezialisiert. Fistula e.V. übernimmt die laufenden Kosten wie medizinisches Equipment und Personalkosten von Ärzten und Schwestern.

"Center of excellence" - Qualität in allen Bereichen des TERREWODE Fistula Hospitals

Die Ärztinnen und Schwestern des Fistula Hospitals erarbeiten seit dem Sommer letzten Jahres zusammen mit Dr. Fekade und Dr. Teltschik ein System für gleichbleibende Qualität der Patientenversorgung. Dazu werden detaillierte Arbeitsanweisungen entwickelt, angepasst an die rechtlichen Bedingungen Ugandas, jedoch mit dem Ziel, den bestmöglichen Standard zu erreichen. 

Ein Gremium erfahrener ugandischer Fistelchirurgen und Gynäkologen, das TERREWODE seit Jahren berät, war von diesem Konzept so begeistert, dass sich die einzelnen Kollegen unserer Arbeit anschließen wollen. Im Juni ist ein einwöchiger OP-Workshop geplant. Dr. Fekade wird mit Dr. Teltschik Theorie und Praxis eines Qualitätsmanagements und moderne OP-Verfahren der Fistel- und Prolaps-Chirurgie vorstellen.

Wir freuen uns, dass endlich wieder eine Reise möglich wird, im Gepäck notwendige Harnleiterschienen und OP-Instrumente. Wie ehemals in Äthiopien sind viele für uns selbstverständliche Dinge in Uganda nicht zu bekommen – und doch so wichtig, um die Frauen gut zu versorgen.
Terrewode Fistula Hospital in Uganda

Urodynamische Messplatz

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"Urodynamische Messplatz für das TERREWODE Uganda"

Ein urodynamischer Messplatz fehlt dem TERREWODE Fistula Hospital zur Erweiterung Ihrer Untersuchungsmöglichkeiten. Insbesondere Frauen mit schweren Blasenverletzungen werden von der Diagnostik mit dem Gerät profitieren.

Jennifer Alupo – ein Mädchen auf dem Weg zur Unabhängigkeit

In der sengenden Mittagssonne bindet Jennifer ihre Ziege an einen neuen Strauch, damit das Tier genügend Futter finden kann. Für umgerechnet 12 Euro hat sie das Tier gekauft und will nun Ziegen züchten, ihr restliches Geld investierte sie in ein Stück Seil, damit das Tier bei ihr bleibt. 

Das 16-jährige Mädchen wurde von einem Jungen aus ihrer Klasse geschwängert, der dann versuchte, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Jennifers Eltern jedoch waren nicht bereit, ihre Tochter weiter zu unterstützen und brachten sie zur Familie ihres Freundes. Der Junge wurde auf eine weit entfernte Schule geschickt und sie musste wie eine Magd auch in fortgeschrittener Schwangerschaft schwere Arbeiten verrichten. Im Dezember 2019, nach Beginn der Wehen brachte sie die "Schwiegermutter" erst spät in das Ambulanzzentrum, wo nach einem groben Dammschnitt das Kind geboren wurde. Die klassische Vorgeschichte einer Geburtsfistel – frühe Schwangerschaft, zu späte und unzureichende Betreuung der Geburt und fachliche Defizite des medizinischen Personals. 

„Bei der Entlassung hatte ich starke Schmerzen, die nur langsam nachließen.  Dann, ab der dritten Woche, floss der Urin unkontrolliert an meinen Beinen hinunter.“ Zum Glück hörte Jennifer von TERREWODE, war somit eine der frühen Patientinnen der neuen Fistulaklinik in Soroti und ist heute geheilt. 

In den Reintegrationskursen erfuhr sie viel über die Zusammenhänge ihrer Erkrankung, aber auch, wie sie in Zukunft, auf sich selbst gestellt, ihr Leben meistern kann. Zurück zur Familie des Kindesvaters wollte sie auf keinen Fall, zu groß waren die Erniedrigungen gewesen. Mit Unterstützung der Sozialarbeiter konnte ihre Familie überzeugt werden, sie und das Kind wieder aufzunehmen. Ihren Lebensunterhalt soll die Ziege sichern. Außerdem spart sie nun für einen Schneiderkurs, sie ist ambitioniert und schaut optimistisch in ihre Zukunft, unterstützt von der Gemeinschaft anderer Frauen, die ein ähnliches Schicksal erlitten. Es wird nicht leicht werden, denn die Lebensverhältnisse bleiben prekär.
Fistula OP in Terrewode Uganda
Jennifer während des Klinikaufenthaltes mit Ihrem Baby

Der Verein Fistula e.V.

Neuigkeiten

Frau Dr. Teltschik in Uganda

BR PODCAST - Weltfistulatag

Der Bayerische Rundfunk interviewte Frau Dr. Teltschik zum Weltfistulatag und Geburtsverletzungen.

Der Beitrag wird am Sonntag, den 23.05.21, auf B5 AKTUELL im "Das Gesundheitsmagazin" ab 9:35 Uhr gesendet. Falls Sie keine Zeit haben, können Sie es auch später als Podcast hören unter folgendem Link:

Anfang Juni wird Frau Dr. Teltschik endlich wieder nach Uganda reisen können. Neben des oben erwähnten OP-Workshops wird die Pflege der Operationsinstrumente und der empfindlichen Cystoskope auf der Agenda stehen. Wir wollen auch persönlich sehen, wie sich das Krankenhaus entwickelt hat. Außerdem wollen wir die neue Chefärztin Dr. Tino Okedi kennenlernen und vieles besprechen, was in Videokonferenzen schwierig ist. 

 „Die persönlichen Kontakte zu Ärzten und Schwestern, wie auch zu Alice Emasu, der Geschäftsführerin, motivieren mich ungemein bei meiner Arbeit für Fistula e.V. Ich bewundere ihr Engagement trotz oft widriger Arbeitsbedingungen. Im Gegenzug werden die Menschen vor Ort durch unseren persönlichen Einsatz und unsere Begeisterung für das Projekt motiviert. Win-win für beide Seiten.“ sagt die Urologin Dr. Teltschik. 

Ein weiteres Projekt für die nähere Zukunft ist die „Inkontinenzklinik“, organisatorische Einheit des TERREWODE Fistula Hospitals, in der stationäre und ambulante Patienten bezüglich ihrer Inkontinenz behandelt werden. Während des dreiwöchigen Aufenthaltes in Uganda im Juni soll die Einheit geplant werden. Die Diagnostik wird standardisiert, um auch später wissenschaftliche Studien durchzuführen. Ein urodynamischer Messplatz ist von zentraler Bedeutung, Fistula e.V. will sich mit Ihrer Hilfe finanziell daran beteiligen. Neben den bereits vorhandenen operativen Möglichkeiten sollen konservative und medikamentöse Behandlungsstrategien eingeführt werden. Physiotherapie und Reintegration werden eingebunden in das ganzheitliche Konzept.

Frau Dr. Teltschik freut sich sehr auf die Reise und wird Ihnen bald Neues berichten.

Wir wünschen Ihnen einen gesunden und sonnigen Sommer,

Ihre


Jutta Ritz
1. Vorsitzende Fistula e.V.


Dr. Barbara Teltschik
2. Vorsitzende Fistula e.V.



Logo Fistula e.V.
Unterstützen Sie uns bei unseren Aktivitäten zur umfassenden Betreuung von Fistulapatientinnen! Neben der Finanzierung des Krankenhauses, der Prävention und Reintegration brauchen wir Ihre Spenden für medizinisches Equipment!

Schenken Sie eine Geschenkspende!

  1. Urodynamischer Messplatz

  2. Psychologische Betreuung

  3. Physiotherapie für Fistelpatientinnen

  4. Rehabilitations- und Reintegrationsspende

  5. Familienplanung in den Selbsthilfegruppen

  6. Mikrokredite für Fistelpatientinnen zur Sicherung des Überlebens

Hier geht es zum SPENDENSHOP!

Der Fistula Spenden Shop

Wichtigstes Angebot unseres Shops sind die Geschenkspenden, bei denen Sie uns online einen Geldbetrag für unsere Projekte senden können.

Unsere Arbeit ist ausschließlich auf Frauen mit Geburtsverletzungen ausgerichtet. Allein in Uganda sind geschätzt 200.000 Frauen betroffen. Wir engagieren uns auf unterschiedlichen Wegen für die Ausrottung dieser lebensvernichtenden Erkrankung und Hilfe betroffener Frauen.

Die Artikel sind zum großen Teil direkt bei unseren Afrikareisen ausgesucht und eingekauft worden. Aus Äthiopien stammen die Schals und Textilien von Sabahar, einer kleinen Firma in Addis Abeba, die mit einem offiziellen "Fair Trade Siegel" ausgezeichnet wurde. Die schönen kleinen Perlhühner sind 100% Handarbeit und wurden direkt bei Kunsthandwerkern auf dem lokalen Markt in der Umgebung des Fistulakrankenhauses Addis Abeba gekauft.

Die bunten Tierchen, Taschen, Beutel und Küchenschürzen werden von den Frauen der TERREWODE Reintegrations- und Selbsthilfegruppen in Uganda genäht.

Jeder Kauf ist ein Beitrag, den geburtsverletzten Frauen zu helfen.

Ihr Fistula e.V. Team


Fistula Online Spenden-Shop
Fotos: TERREWODE, Dr. Barbara Teltschik, ideenzone - Kornelia Altdörfer
Copyright: Fistula e.V.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Fistula e.V.
Jutta Ritz
Neue Heimat 7
76646 Bruchsal
Deutschland

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